PregärtnerInnen

Von Julianna Fehlinger

Seit zwei Jahren lebe ich in Pregarten im Mühlviertel auf einem Hof mit zwei weiteren Frauen und einem Elternpaar. Auf dem 26ha großen Betrieb mit Milchkühen und Mastrindern bauen wir zusätzlich Getreideraritäten an. Ich habe mich mit Landwirtschaft aktivistisch schon länger bei agrarattac und im Rahmen meines Sozioökologie-Studiums beschäftigt. Ich würde das Problem so definieren: Der Zugang zu Boden – der wichtigsten Ressource, um Leben zu schaffen – wird in einen kapitalistischen Markt verwandelt. Boden wird durch verschiedene Prozesse wie Spekulation oder Produktion von Biotreibstoffen immer „heißer“ gehandelt und wird immer teurer. Das erschwert Projekten den Zugang zu Land, die sich für ein gutes Leben, für Antworten auf den Klimawandel, für das Ausprobieren alternativer Gemeinschaftskonzepte einsetzen wollen.

Die Landwirtschaft ist ein ökonomischer Bereich, wo wenig erwirtschaftet wird, man aber irrsinnig viele Bodenressourcen braucht, vor allem wenn es um Grünland oder Ackerbau geht – bei Gemüsebau ist die Wertschätzung der Einheit Boden höher. Es ist eigentlich unmöglich, sich da einzukaufen. Die einzig möglichen Wege wären Pachten und in unsicheren Verhältnissen leben, in einen Hof Einheiraten oder ihn geschenkt bekommen. Was auch geht und wie es bei mir zur Zeit ist, ist der Zugang über die Eltern eines/r FreundIn. Für alle Möglichkeiten muss man einen hohen Preis bezahlen, bei uns ist es z.B. so, dass es wir mit den Altbauern auszukommen müssen, was das Projekt gefährdet. Viele Veränderungen am Betrieb, in den wir all unsere Kraft stecken, sind durch diese Eigentumsverhältnisse nicht möglich.

Andere Eigentumsformen zu finden ist dringend notwendig. Die Stiftung RASENNA kann den Zugang zu Land jenen ermöglichen, die nicht den höchsten Preis zahlen können, aber einen großen Nutzen für Umwelt und Gesellschaft erbringen wollen. Deshalb freue ich mich, dass es diese Idee nun auch in Österreich gibt.