stefan

Ein traumhafter Blick über Linz und doch so in der Natur. Stefans Hof liegt am Hügel über Linz im Grüngürtel, den auch Stadtplanung und Politik in absehbarer Zeit nicht in einen Speckgürtel umwandeln wollen. Der Hof, erstmals 1417 urkundlich erwähnt, gehört ihm zur Hälfte, die andere Hälfte nutzen drei Parteien, die teils dort leben, teils es nur als Wochenendbleibe nutzen.

Die Türen verraten anspruchsvolle Handwerkskunst, und als wir die Tischlerwerkstatt betreten haben wir die Erklärung. Wenig Maschinen, viel Handarbeit – eine Kunst eben, die heut immer mehr verloren geht. „Es gibt vieles was erhalten werden sollte, da es uns sonst unwiderbringlich verloren geht.“ So unterstützt Stefan auch die Samenbankerhaltung der Arche Noah. Letztes Jahr waren es vor allem Tomaten, Bohnen und Mais, die er angebaut hat. Die Samen gibt es kostenlos unter der Bedingung, dass man ein bestimmtes Kontingent an Samen zurück gibt. Was bleibt ist leckeres Gemüse zur Selbstversorgung. Dazu hat er noch vier Schafe. Die 40 Hendln musste er leider aufgeben, da die Arbeit für ihn allein einfach zuviel war.

Zwei Tage in der Woche arbeitet Stefan auswärts und hilft bei Wohnungsräumungen mit – weil es Spaß macht. Das ein oder andere Stück findet dann auch seinen Platz in die Wohnräume des Hofes, die neu hergerichtet werden. Stefan möchte ein Konzept entwickeln und gemeinsam mit Gleichgesinnten etwas aufbauen. „Temporär hab ich immer wieder Unterstützung von Woofern und anderen Helfern, aber eine langfristige und verbindlichere Gemeinschaft wäre mir viel lieber.“ Zu einem anderen Projekt gehen möchte er im Moment nicht, da er nach 30 Jahren hier schon recht verwurzelt ist.

Für eine weitgehende Selbstversorgung bräuchte es mehr Land, als seinen halben Hektar. Auf den Nachbarliegenschaften standen einmal 400 Obstbäume mit alten Sorten. Heute sind es nur mehr ein Drittel. Ein Großteil musste der maschinellen Bewirtschaftung des Nachbarn weichen. Auf den 3.000 m2 die Stefan erwerben konnte wachsen nun (wieder) seltene Obstsorten, wie zum Beispiel die Schweizer Hosenbirne, die dreifärbig gestreift ist. Mit der zusätzlichen Kraft von weiteren Menschen hofft er, noch mehr Grund erwerben und bewirtschaften zu können.

Über Stefan haben wir auch die Gemeinschaft miteinander Leben – Piesingmühle kennenlernen dürfen. Durch sie hat er die zwei Rechtsformen Verein und Stiftung für die Eigentümerschaft recht direkt miterlebt. Zumindest gegenüber der projekteigenen Stiftung hegt er daher eine gewisse Skepsis, da diese im konkreten Fall zu starr und vor allem auch im Hinblick auf die Stiftungsorgane nicht gut aufgesetzt war.

Die Zukunft ist offen, doch eines steht umumstößlich für ihn fest: „Egal wie es kommt, vererben werde ich es nicht!“

Wer selbst gern im Raum Linz in einem landwirtschaftlichen Gemeinschaftsprojekt mitarbeiten, mitgestalten und mit Stefan in Kontakt treten möchte, meldet sich bitte bei uns unter info@rasenna.at.