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Hannes Zagar und Beatrice Stude waren im September auf dem Bodenseminar vom Netzwerk Zukunftsraum Land in Linz. Ein Bericht von Beatrice Stude.

Unser Boden ist unsere Lebensgrundlage. Das Bewusstein dafür ist da, doch der Handlungsspielraum klein. Bodenschutz bedeutet Ernährungssicherheit, Sicherheit der Wasserversorgung, Bekämpfung des Klimawandels und vieles mehr. Doch die Bodendegradation schreitet weiter voran, beispielsweise durch Erosion, Humusreduktion, Verdichtung, Versalzung, Erdrutsche und Kontaminierung. Das Ausmaß und die Folgen der hohen und stetig zunehmenden Versiegelung und damit des Rückgangs unserer Biodiversität in Europa sind dabei gar nicht abschätzbar, wie der Bodenatlas von Europa zeigt.

Wir brauchen einen guten und fruchtbaren Boden für unser Wohlbefinden, als Grundlage für ein gutes Leben, für Sicherheit, für unsere Entscheidungs- und Handlungsfreiheit und für unsere Gesundheit.

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Quelle: researchgate

Doch trotz des Bewusstseins für diese enorme Bedeutung ist der Schutz des Bodens als zentrale Zielvorgabe kaum verankert – weder auf Europaebene, noch auf nationaler Ebene.

Vor diesem Hintergrund entstand die Initiative People4soil. Ihr erklärtes Ziel ist, dass sich die EU dem Bodenschutz annimmt. Wieder. Denn bereits vor acht Jahren erarbeitete die EU Vorgaben. Nur wurden diese von den Mitgliedsstaaten als nicht tragbar abgelehnt. Einige Anwesende wünschen sich die Vorgabe von messbaren Zielen seitens der EU, die dann von den Mitgliedsstaaten, jeder auf seiner Art und Weise, umgesetzt werden sollen. Andere sehen Handlungsbedarf beim Nachwuchs und der Bewusstseinsbildung. Warum immer entweder oder? Es braucht wohl beides. Sicher. Und vieles mehr darüber hinaus. Denn für die Entstehung von einem Zentimeter fruchtbaren Bodens braucht es 100 Jahre und länger.

Am Nachmittag ging es auf die Felder. Wir durften Fruchtfolge bestimmen und schätzen. Und erfahren welche Mischungen als sinnvoll erachtet werden, aber auch vor allem was es kostet die Felder koninuierlich das ganze Jahr durch Pflanzen bedeckt zu halten, um Bodenerosion zu verhindern.

Die Mittagspause war geprägt von Diskussionen über Bio- und regionale Produkte. Permakultur war hier (noch) kein Thema. Doch Bio heißt für jeden etwas anderes. Für einige nur konventionelle Landwirtschaft ohne den Einsatz von Pestiziden oder Herbiziden. Für andere hingegen hat Bio vor allem mit Blick auf funktionierende Kreisläufe teils auch schon den Bodenschutz mit im Fokus und nähert sich der Permakultur an.

Wir von RASENNA – Boden mit Zukunft beschäftigen uns mit rechtlichen Möglichkeiten Grund und Boden als Gemeingut einer ökologisch achtsamen und sozial verträglichen Nutzung zu widmen und die Zugänglichkeit zu Land sicherzustellen. In diesem Kontext sind wir an allem interessiert, was für den Boden wichtig und gut ist.

Photocredit: Boden.Wasser.Schutz.Beratung