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Die Konzentration von Vermögen und Grundbesitz in den Händen Weniger ist ein weltweiter Trend und schreitet auch in Österreich munter voran. Was den Rückgang an landwirtschaftlichen Flächen betrifft, ist Österreich mit 22 Hektar pro Tag sogar Spitzenreiter in Europa. Genug Gründe, um aktiv zu werden.

Am 25. Und 26. November fand in Wien das erste österreichweite Land-Forum statt unter dem Motto „Böden aufbrechen!“. Als Bild zu dieser Metapher beschreibt Maria Vogt von der ÖBV den Boden als sehr lebendig und vielfältig, während die Eigentumsstrukturen darauf extrem starr sind und nicht mehr funktionieren. Um darauf aufmerksam zu machen haben FIAN, ÖBV Via Campesina, das Netzwerk für Existenzgründung in der Landwirtschaft (NEL) und RASENNA – Boden mit Zukunft, dieses Land-Forum ins Leben gerufen. Die Idee dazu entstand bereits beim Treffen der österreichischen Bewegung für Ernährungssouveränität 2015 in Villach.

Zum einen ist es wichtig, ein Bewusstsein für diese Entwicklungen zu schaffen, die zwar vor unser aller Augen ablaufen, aber trotzdem nur schwer greifbar sind. Daten über Eigentumsverhältnisse zu erhalten ist ein mühsames Unterfangen, für Europa hat das Transnational Institute (TNI) mit Sylvia Kay großartige Arbeit geleistet. Ihre Forschungsergebnisse sind gut aufgearbeitet auf ihrer Website abrufbar. Die FAO-Leitlinien bieten eine Handlungsanleitung für Staaten und Zivilgesellschaft, wie die Verwaltung von Land auf Basis der Menschenrechte verbessert werden kann. Für Brigitte Reisenberger von FIAN können diese Leitlinien ein Türöffner sein, um die Landfrage in Österreich und Europa zu diskutieren.

Neben der politischen Arbeit auf EU-Ebene und der Forschung für ein verstärktes Problembewusstsein ist es zum anderen wichtig, konkrete Alternativen zu leben. Jene Menschen, die vom Zugang zu Land ausgeschlossen werden, müssen Möglichkeiten und Werkzeuge erarbeiten, um  zu ihrem Recht auf Land zu kommen. Terre de Liens in Frankreich gehen diesen Weg bereits sehr erfolgreich, die Ökonauten eG aus Berlin-Brandenburg haben bereits ein erstes Projekt, das Netzwerk für Existenzgründung in der Landwirtschaft beschäftigt sich erstmals in Österreich mit außerfamiliärer Hofübergabe und Rasenna, tja dazu gibt es bald viele tolle Neuigkeiten! Alle diese Initiativen folgen der Idee, Grund und Boden als Commons zu organisieren, vor dem Einfluss von Profitinteressen zu schützen und damit das Land zugänglich für echte Bedürfnisse zu halten.

Ein erster Schritt ist getan, wir haben uns mit Infos versorgt und ausgetauscht, die Böden ordentlich gelockert – aber das ist erst der Anfang!  Eine ausführliche Dokumentation über das Land-Forum mit den wichtigsten Statements der TeilnehmerInnen und Initiativen wird es im Jänner geben.