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2005 brannten in Pariser Vororten die Autos. BewohnerInnen der Vororte verliehen ihrer Wut und Ohnmacht über die Ungerechtigkeit in der Verteilung der Stadt Ausdruck und schafften es auf die Titelseiten großer Zeitungen. Viele Städte nahmen dies zum Anlass, um wirksame Maßnahmen gegen Ghettobildung, den ‚broken-window-effect‘ oder auch Glasscherbenviertel zu ersinnen und einzusetzen. Die „Münchner Mischung“ ist so eine Maßnahme, mit der das Entstehen von sozialen Brennpunkten verhindert werden kann.

Die IBA_Wien lädt im 15. Mai 2017 um 18:00 Uhr zum Talk über sozial verträgliche Bodennutzung, und strebt danach, neue kreative Ansätze zur sozial verträglichen Bodennutzung zu entwickeln und mögliche Schritte zu einer Implementierung für Wien zu erforschen.

Einblicke in das Münchner Modell bietet der Vortrag von Norbert Wendrich, der als Jurist die Abteilung für Grundsatzangelegenheiten, Referat für Stadtplanung und Bauordnung in München leitet. Am Podium diskutieren:

  • Daniela Strassl, die ehemalige Direktorin von Wiener Wohnen und heutige Leiterin für die Immobilienstrategie der Stadt Wien
  • Beatrice Stude, Stadtplanerin, langjährige Tätigkeit bei einem Wiener Bauträger, heute selbständig und eine der treibenden Kräfte bei RASENNA für die Gründung der gemeinnützigen Munus Stiftung – Boden für Gutes Leben
  • Günter Groschopf, stellvertretender Geschäftsführer des wohnfonds wien, dem Fonds der Stadt Wien für Wohnbau und Stadterneuerung, der bereits 1984 damals noch unter dem Namen „Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds“ ins Leben gerufen wurde

Die brennenden Autos von Paris sind vielleicht von den Titelseiten verschwunden, aber die sozialen Brennpunkte noch immer da. Die europäischen Städte wachsen. Spitzenreiterin ist Wien, gefolgt von Berlin, München, Warschau und Hamburg. Wie neue Stadtquartiere konzipiert und errichtet werden, wirkt für die nächsten 100 Jahre nach und hat einen immensen Einfluss auf den sozialen Frieden.

Kommt zum IBA-Talk am 15. Mai im Technologiezentrum Seestadt in der Seestadtstraße 27 statt, U2-Station Seestadt.

Weitere IBA-Talks sind hier zu finden.

Header_Land-Forum_Rueckblick

Die Konzentration von Vermögen und Grundbesitz in den Händen Weniger ist ein weltweiter Trend und schreitet auch in Österreich munter voran. Was den Rückgang an landwirtschaftlichen Flächen betrifft, ist Österreich mit 22 Hektar pro Tag sogar Spitzenreiter in Europa. Genug Gründe, um aktiv zu werden.

Am 25. Und 26. November fand in Wien das erste österreichweite Land-Forum statt unter dem Motto „Böden aufbrechen!“. Als Bild zu dieser Metapher beschreibt Maria Vogt von der ÖBV den Boden als sehr lebendig und vielfältig, während die Eigentumsstrukturen darauf extrem starr sind und nicht mehr funktionieren. Um darauf aufmerksam zu machen haben FIAN, ÖBV Via Campesina, das Netzwerk für Existenzgründung in der Landwirtschaft (NEL) und RASENNA – Boden mit Zukunft, dieses Land-Forum ins Leben gerufen. Die Idee dazu entstand bereits beim Treffen der österreichischen Bewegung für Ernährungssouveränität 2015 in Villach.

Zum einen ist es wichtig, ein Bewusstsein für diese Entwicklungen zu schaffen, die zwar vor unser aller Augen ablaufen, aber trotzdem nur schwer greifbar sind. Daten über Eigentumsverhältnisse zu erhalten ist ein mühsames Unterfangen, für Europa hat das Transnational Institute (TNI) mit Sylvia Kay großartige Arbeit geleistet. Ihre Forschungsergebnisse sind gut aufgearbeitet auf ihrer Website abrufbar. Die FAO-Leitlinien bieten eine Handlungsanleitung für Staaten und Zivilgesellschaft, wie die Verwaltung von Land auf Basis der Menschenrechte verbessert werden kann. Für Brigitte Reisenberger von FIAN können diese Leitlinien ein Türöffner sein, um die Landfrage in Österreich und Europa zu diskutieren.

Neben der politischen Arbeit auf EU-Ebene und der Forschung für ein verstärktes Problembewusstsein ist es zum anderen wichtig, konkrete Alternativen zu leben. Jene Menschen, die vom Zugang zu Land ausgeschlossen werden, müssen Möglichkeiten und Werkzeuge erarbeiten, um  zu ihrem Recht auf Land zu kommen. Terre de Liens in Frankreich gehen diesen Weg bereits sehr erfolgreich, die Ökonauten eG aus Berlin-Brandenburg haben bereits ein erstes Projekt, das Netzwerk für Existenzgründung in der Landwirtschaft beschäftigt sich erstmals in Österreich mit außerfamiliärer Hofübergabe und Rasenna, tja dazu gibt es bald viele tolle Neuigkeiten! Alle diese Initiativen folgen der Idee, Grund und Boden als Commons zu organisieren, vor dem Einfluss von Profitinteressen zu schützen und damit das Land zugänglich für echte Bedürfnisse zu halten.

Ein erster Schritt ist getan, wir haben uns mit Infos versorgt und ausgetauscht, die Böden ordentlich gelockert – aber das ist erst der Anfang!  Eine ausführliche Dokumentation über das Land-Forum mit den wichtigsten Statements der TeilnehmerInnen und Initiativen wird es im Jänner geben.

 

FAQ Projektbegleitung

In einem Interview mit Hannes Zagar werden die wichtigsten und häufigsten Fragen in Bezug auf die Partnerschaft von RASENNA mit Projektgruppen und GrundstückseiegntümerInnen erörtert.

Welchen Projekten möchte RASENNA eine Partnerin sein?

Wenn wir von Projekten sprechen, meinen wir gemeinschaftliche Projekte. Es gibt immer mehr Leute, die heute selbst anpacken und mitgestalten wollen, statt nur zu konsumieren, was angeboten wird. Und die sich dafür mit Gleichgesinnten zusammenfinden.

Und wenn wir von Projekten sprechen, dann meinen wir solche, die für ihre Umsetzung Grund und Boden erwerben oder nutzen. Egal ob darauf ein Wohnprojekt entsteht, eine Landwirtschaft, ein Kultur- oder Sozialzentrum oder vieles mehr.

Warum stellt ihr bei RASENNA die gemeinschaftliche Nutzung in den Mittelpunkt?

Die gemeinschaftliche Nutzung von Grund und Boden war von je her eine bekannte und sehr erfolgreiche Methode, um der Gemeinschaft Zugang und Nutzung zu ermöglichen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass das Land nicht „übernutzt“ wird. Über viele Jahrzehnte sind in unterschiedlichsten Teilen der Welt Landstriche von Gemeinschaften genutzt und gleichzeitig auch gepflegt worden (siehe auch unseren Artikel zu Allmende/Commons).

Erst mit der Durchsetzung des Eigentums an Grund und Boden ist diese gemeinschaftliche Nutzung verdrängt worden. Es gibt natürlich immer noch eine Reihe von EigentümerInnen, die ihre Grundstücke nutzen und pflegen, also sorgsam damit umgehen. Dazu gehören mit Sicherheit alle gemeinschaftlichen Projekte.

Wo seht ihr denn die Problematik, wenn die Nutzerin auch gleichzeitig die Eigentümerin ist?

Ein wesentliches Risiko des Eigentums ist die potentielle Möglichkeit des Verkaufs. Wir sprechen hier bewusst von der potentiellen Möglichkeit, weil wir nicht davon ausgehen, dass Gemeinschaften IHREN Grund verkaufen wollen – die Möglichkeit aber gibt es. Diese Möglichkeit kann durch Druck von Innen oder auch von Außen zu einer realen Möglichkeit werden, wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse schlecht sind. So könnten beispielsweise die Gläubiger kommen und den Grund wollen. In den alten Gemeinschaften gab es diese Möglichkeit nicht. Der Grund war nicht im Eigentum, konnte also weder belastet noch verkauft werden.

RASENNA schaltet diese Möglichkeit mit der Rechtskonstruktion der gemeinnützigen Stiftung aus. Die Gemeinschaftsprojekte sind tatsächlich nicht EigentümerIn, es gibt also keine reale Möglichkeit des Verkaufs oder der Belehnung bzw. Belastung mit Krediten. Belehnt werden können nur die Gebäude auf dem Grundstück. Damit können keine Begehrlichkeiten für den Grund und Boden entstehen.

Nun könnte doch jedes Projekt seine eigene gemeinnützige Stiftung gründen?

Ja, das ist grundsätzlich möglich. Jedoch ist die Gründung und der Betrieb einer gemeinnützigen Stiftung mit Aufwand verbunden. Auf viele Schultern aufgeteilt, ist es weitaus leichter und in sich selbst ein begleitendes generationsübergreifendes Projekt für Gemeinschaftsprojekte. Daher verstehen wir die gemeinnützige Stiftung RASENNA als Werkzeug, dass wir zur gemeinsamen Nutzung zur Verfügung stellen wollen.

Ihr wollt also Projekte unterstützen – was ist euer Anliegen dahinter?

Uns geht es AUCH um das Sichtbarmachen nach außen. Es geht darum ein Signal zu setzen, über das eigene Projekt hinaus zu zeigen, dass es auch anders geht: Ohne Eigentum an Grund und Boden, ohne Rendite für Boden oder allfällige Spekulation mit einer Wertsteigerung. Wir glauben, dass es ganz wichtig ist, dass dieses Signal über das eigene Projekte hinausgeht, dass es also so etwas wie eine gemeinsame Plattform gibt, die zeigt, dass Nutzung und Pflege von Grund und Boden eine gute Alternative zu Rendite und Spekulation sind. Denn Grund und Boden ist eine endliche Ressource – unsere Lebensgrundlage – und keine Ware für den freien Markt. Dieses Sichtbarmachen sehen wir für RASENNA als eine ganz wesentliche Aufgabe an. Diese Aufgabe kann RASENNA für alle besser erfüllen, als wenn jedes Projekt für sich Gemeinschaftseigentümer ist oder womöglich eine eigene projektbezogene Stiftung zur Absicherung gründet.

Was passiert denn, wenn sich die Nutzergruppe verändert oder gar auflöst?

Zu Beginn ist es wohl für die meisten unvorstellbar, dass sich die Projektgruppe auflösen könnte oder auch nur stark verändert. Daher ist das oft ein verdrängter und damit vernachlässigter Faktor und der Umgang damit trifft die Gruppe dann meist unvorbereitet.

Wenn im Laufe eines Projektes neue Mitglieder hinzukommen, frühere weiterziehen oder gar ein Generationswechsel eintritt, kann es passieren, dass die ursprünglichen Ideen aus dem Fokus geraten und Neues an deren Stelle tritt. Das kann durchaus gut sein und eine Befruchtung bringen, doch manche Werte wollen bewahrt bleiben und vor unbedachten Veränderungen geschützt sein. RASENNA kann die Bewahrung dieser Werte für Gruppen übernehmen, wie wir auch die Wahrung der Nutzungsidee der ursprünglichen EigentümerInnen übernehmen können. RASENNA versteht sich als Begleiterin, die für die erforderliche Kontinuität Sorge trägt. Und damit auch bei dem Wunsch nach Auflösung einer Gruppe eintritt und eine passende Nachfolgergruppe für die Nutzung des Grundstücks und dessen Pflege findet.

Wir bei RASENNA setzen all unsere Kenntnisse, Kompetenzen und Kontakte ein, um euch bei der Umsetzung eurer Ideen zu unterstützen, weil RASENNA davon überzeugt ist, dass der Weg zu einem sorgsamen Umgang mit Land nur über Gemeinschaften führen kann – zu einem Boden mit Zukunft.

In welchem Fall können Menschen euch mit ihren Ideen und Vorhaben anrufen?

Wir freuen uns über jeden Kontakt von Projektgruppen und GrundstückseigentümerInnen. Wir setzen uns gern mit dem jeweiligen Anliegen auseinander – unterstützend, begleitend und kooperierend – wenn es uns gemeinsam einem Boden mit Zukunft näher bringt.


Unser Zuständiger für Projektbegleitung, Hannes Žagar, freut sich darauf, von Dir und Deinem Projekt zu hören.

Sinnstiftung_Maryon

In der Schweiz ist die Mitbestimmung der Zivilgesellschaft seit vielen Jahrzehnten tief in ihrem Selbstverständnis verankert. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die Basler Bodeninitiative „Boden behalten und Basel gestalten“. Im Februar dieses Jahres stimmten 67 Prozent dafür, dass der Kanton Basel-Stadt eigene Liegenschaften nur bei finanzieller Not verkaufen und sonst nur im Baurecht vergeben darf. Damit sorgt der Kanton für kontinuierliche Einnahmen, ermöglicht langfristig günstigen Wohnraum und bewahrt Handlungsspielraum für künftige Generationen.

Die Stiftung Edith Maryon rief diese Initiative mit weiteren Unterstützern ins Leben und macht deutlich, dass sie auch in politischen und gesellschaftlichen Fragen mitmischt. Bereits vor 25 Jahren wurde sie von den Gründern Christoph Langscheid, John Ermel und Michael Riggenbach ins Leben gerufen wurde. Die Namensgebung erfolgte als Gedenken an die englische Künstlerin Edith Maryon, die der Lehre des Anthroposophen Rudolf Steiners folgend, sich insbesondere für den sozialen Wohnbau in der Schweiz eingesetzt hat.

Seit einem Jahr hat die Stiftung Edith Maryon ihren Sitz in der Basler Innenstadt, im Unternehmen Mitte. Buntes Treiben im Café, das in das stattliche ehemalige Bankfoyer einen einladenden Charme bringt. Die Preise sind normal, das Besondere liegt darin, dass es keinen Konsumzwang gibt. Eine Bank gibt es noch im Gebäude, allerdings nur mehr im zweiten Stock, es ist die Freie Gemeinschaftsbank, mit der sich die Stiftung Edith Maryon Büroräumlichkeiten teilt. Das Unternehmen Mitte ist auch Dreh- und Angelpunkt der Initiative für bedingungsloses Grundeinkommen, über die das Schweizer Stimmvolk am 5. Juni entscheiden wird.

Im Jahr 1990 wurde die Stiftung Edith Maryon mit 12.000 Schweizerfranken ins Leben gerufen und hat infolge der Schweizer Tradition über Zustiftungen und Legate (Vererbungen von Immobilien) über die Grenzen des Kantons und der Schweiz hinaus Bekanntheit erlangt. Heute fungiert sie nahezu ausschließlich über Empfehlungen, muss aber viele Anfragen aus Kapazitätsgründen ablehnen. Die Stiftung Edith Maryon beschäftigt zehn MitarbeiterInnen und entwickelt selbst Immobilien, im Laufe ihres Bestehens wurde eine eigene Liegenschaftsverwaltung aufgebaut. Seit der Auflösung einer Kunststiftung, mit der die Übernahme des Unternehmen Mitte erfolgte, hat sich die Stiftung Edith Maryon auch der Unterstützung der Kultur verpflichtet.

Auch in Deutschland ist die Stiftung Edith Maryon seit Jahren tätig. Dort hat sie die Gründung der Stiftung trias (siehe auch folgenden Artikel) mit unterstützt und war Partnerin im ersten großen Projekt der Stiftung trias: ExRotaprint in Berlin – ein gemeinnütziges Projekt für Arbeit, Kunst und Soziales. Seither hat die Stiftung trias ihren Fokus auf gemeinschaftliche Wohnprojekte gelegt, während die Stiftung Edith Maryon in Deutschland auf linksalternative Projekte fokussiert, die oft einen Kunst-/Kulturschwerpunkt mit Wohnen verbinden, und auch Projekte etwa aus den Bereichen Landwirtschaft, Soziales und Bildung bei ihr Platz finden. Der Zugang bei der Umsetzung von Projekten ist jedoch bei beiden gleich. So verlangt auch Edith Maryon von den Projektgruppen, dass sie ein Drittel des Kapitals für das zu stiftende Grundstück selbst aufbringen. Der Baurechtszins bewegt sich zumeist zwischen vier bis fünf Prozent, was sich langfristig für die Projektgruppen als günstig und sinnvoll herausgestellt hat. Ein Vergleich mit den aktuellen Bankzinsen ist irreführend, da dieser nur eine Momentaufnahme ist, während die Projekte eine lange Laufzeit haben.

Die Stiftung Edith Maryon sieht sich als Projektpartnerin für all jene, die den sorgsamen Umgang mit Grund und Boden in den Mittelpunkt stellen. Dies ist Grundvoraussetzung für allenfalls erforderliche finanzielle Unterstützungen der Projekte. Weiters hat die Stiftung auch das Netzwerk Gemeingut Boden mitgegründet, ein informeller Austausch aller Initiativen, die sich dem sorgsamen Umgang mit Grund und Boden verpflichtet haben.

Das oberste Entscheidungsgremium der Stiftung Edith Maryon ist der 5-köpfige Stiftungsrat, der zweimal im Jahr tagt und die grundsätzlichen Fragen beantwortet. Drei Mitglieder dieses Stiftungsrates sind operativ im monatlich bis zweimonatlich tagenden Stiftungsratsausschuss tätig. Für inhaltliche Fragen steht der Stiftung ein Beirat aus ExpertInnen bei, eine Art Freundeskreis, dessen Mitglieder langjährig mit der Stiftung verbunden sind und diese unterstützend begleiten.

Ein Ziel der Stiftung Edith Maryon hat uns besonders beeindruckt, wir werden es für die künftige RASENNA Bundesstiftung übernehmen: Die Förderung des Austausches zwischen Stadt und Land. Konkret heißt dies, dass über CSA Community Supported Agriculture den Menschen wieder die Herkunft ihrer Lebensmittel und damit die Bedeutung des Bodens als Lebensgrundlage näher gebracht wird. Projekte wie der Weidenhof in Niedersachsen oder das 2013 gegründete Gut Oberhofen setzen diese Ziele als Stiftungsprojekte für Edith Maryon um.

Die Mentalitätsunterschiede sind augenfällig und durch den rechtlichen Rahmen gibt es einige Unterschiede, aber die Umsetzung von Projekten unterliegt denselben Grundsätzen. Daher freuen wir uns auf einen künftig regen Austausch, um durch den großen Erfahrungsschatz der Stiftung Edith Maryon viel für Österreich mitnehmen zu können.

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Die Funken haben gesprüht beim RASENNA Jahrestreffen. Das lag an sehr berührenden Erzählungen, an gesellschaftspolitischen Appellen und mitreißendem Engagement für Boden mit Zukunft!

In vielen persönlichen Gesprächen wurde auch an diesem Abend klar, in welch unterschiedlichen Bereichen der Bedarf nach unserer gemeinnützigen Bundesstiftung RASENNA besteht. Die Frage, wie und wo man leben soll, betrifft jedeN EinzelneN und hat immer mit Eigentumsverhältnissen zu tun. Wie kann ich den gepachteteten Hof langfristig absichern, kann ich bei steigenden Mietpreisen in meiner Wohnung bleiben, soll ich den Schritt in die Gemeinschaft wagen? Wie können KünstlerInnen freier arbeiten und sich wirklich ihrer Kunst widmen?

Diese Themen spiegelten sich auch in den Vorstellungsrunden konkreter Initiativen wider. Heinz Feldmann von der Wohnprojekte Genossenschaft WoGen ist Kooperationspartner und Mitstreiter für die gemeinsame Sache. Ein Projekt aus der Wiener Kunstszene – das Centrum für Dramaturgische Studien – wurde von Ernst Reepmaker vertreten, der auf die prekäre Situation der freien Theaterszene aufmerksam machte und die Notwendigkeit für einen unabhängigen freien Ort für Kulturschaffende aufgezeigt hat. Das zweite Projekt des Abends stellte uns Friedrich Leitgeb mit dem Wieserhoisl vor, auf dem fast schon berühmten Hofkollektiv in der Steiermark leben und landwirtschaften elf Menschen gemeinschaftlich. Der Hof steht zum Verkauf und seine Zukunft ist ungewiss.

Einen spürbaren Motivationsschub hat uns schließlich Dr. Verena Winiwarter beschert, die in ihrem Vortrag vor allem auf die ökologische und gesellschaftspolitische Relevanz unserer Initiative RASENNA zum Schutz des Bodens einging. Die Umwelthistorikerin und Wissenschaftlerin des Jahres 2013 sieht es als ihre Aufgabe, auf einer breiten Linie anhand des Wirkens zwischen Menschen und ihrer Umwelt auf die Folgen des verschwenderischen Umgangs mit Boden aufmerksam zu machen. In unsicheren Zeiten hilft der fundierte Blick in die Geschichte, um Bewährtes zu wiederholen und fundierte Entscheidungen für eine nachhaltige Zukunft zu treffen. Damit ermutigt sie, aktiv an Alternativen mitzuarbeiten.

Ans aktive gemeinsame Arbeiten ging es gegen Ende des Abends, als sich die große Runde auf vier Weltcafés zu unterschiedlichen Themen aufteilte. Zu den Bereichen Stiftungsgründung, Vernetzung, Publikationen und Projekte entwickelten sich rege Diskussionen, Gespräche und Anregungen für die Unterstützung unserer nächsten Schritte: Die gemeinnützige Bundesstiftung RASENNA zu gründen. Sanft ließen wir den informativen und spannenden Abend in geselliges Miteinander bei Buffet und Getränken ausklingen.

Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Planeten beträgt: 1 – Leicht zu merken, wird aber trotzdem häufig vergessen. Wir haben konkret gezeigt, was wir in Österreich für die Haut unserer Erde tun können. All jenen Menschen, die uns daran erinnern helfen und an einem besseren Umgang mit unserer Lebensgrundlage – Grund und Boden – mitwirken, ein Riesendankeschön!

Unterstützt uns weiter, unsere Initiative RASENNA auf sichere Beine zu stellen, damit wir weiter informieren, vernetzen und Projekte absichern zu können. Damit Wissen, Beziehungen und Grund & Boden wieder zur Allmende werden – zu Commons!

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Bald sind es 14 Jahre und der Geburtstag ist wahrlich ein Grund zum Feiern, denn die Initiatoren der Stiftung trias in Deutschland sind Pioniere gewesen, weil sie eine Idee absichern helfen und weitertragen. Eine Idee der sich mittlerweile 30 Projekte angeschlossen und ihren Grund und Boden in die Stiftung eingebracht haben.

Um die 2000er Jahre stand die Fragestellung nach der Sicherung ideeller Zwecke im Raum, Anthroposophen fragten nach einem Bodenträger. Die vier Hauptinitiatoren um Gerda Helbig, Anne Dellgrün, Wolfgang Kiehle und Rolf Novy-Huy fanden die Lösung und gründeten im März 2002 die gemeinnützige Stiftung trias. Die damals erforderlichen etwas über 70.000 DM wurden im Bekanntenkreis und Netzwerk eingesammelt. Daher ist für trias auch der Name Bürgerstiftung naheliegend. Das erste Projekt kam kurze Zeit darauf als Zustiftung in die Stiftung. trias ist in vielerlei Hinsicht keine herkömmliche Stiftung, da im Mittelpunkt die Idee steht. Die Idee neue Formen des gemeinschaftlichen Wohnens zu leben und den geeigneten Rechtsrahmen hierfür anbieten zu können. Da gemeinschaftliches Wohnen der breiten Öffentlichkeit wenig bekannt ist, leistet die Stiftung trias Bildungsarbeit als integralen Bestandteil ihrer Tätigkeit. Ihre Broschüren sind mittlerweile sehr gefragt, sodass bereits Exemplare ihren Weg in die Nationalbibliothek gefunden haben. Der Erfolg ließ sie dennoch am Konzept des Eigenvertriebes mit Unkostenpauschale festhalten, statt auf die Verlagsschiene zu wechseln.

Neben der Bildung und der Absicherung der ideellen Zwecke als Verwalterin der Grundstücke für Projektgruppen war bereits in der Gründung der Aufbau des Wohnprojekteportals ein wichtiges Ziel. Heute ist dieses Portal deutschlandweit die führende Plattform. Einerseits vernetzt es Projektinitiatorinnen und -initiatoren mit jenen, die Projekte suchen, sowie jenen die Projektgruppen professionell begleiten können. Andererseits ist das Portal auch Informationsgeber, so sind dort auch viele Fördermöglichkeiten zu finden, die kommunal sehr unterschiedlich ausfallen können. Daher lebt das Wohnprojekteportal insbesondere von den Rückmeldungen der Aktiven und der Weiterleitung von Informationen an die Stiftung trias.

Was macht die Stiftung trias aus? Mit einem gewissen Maß an Finanzmitteln, mit viel Erfahrung und angehäuftem Wissen und nicht zuletzt als bekannter zuverlässiger Partner ist sie heute die Ansprechpartnerin für gemeinschaftliche Wohnprojekte. „Wir sind nicht dazu da, noch ein weiteres Projekt in die Welt zu stellen, sondern die Idee des gemeinschaftlichen Wohnens und was es dazu braucht – die Rahmenbedingungen – zu informieren und diese zu verbessern.“ Ungeachtet dessen ist sich die Stiftung trias heute durchaus bewußt, dass sie mittlerweile als Türöffner für Projekte fungiert, und Projektgruppen und Entscheidungsträger leichter zueinander finden lässt. Soweit es sich um Projekte handelt, die sich mit der Stiftung trias über Grundstücke verbinden, verlangt die Stiftung trias ab einer gewissen Größe eine professionelle Begleitung der Projektgruppen. Denn Verantwortung verpflichtet, und die Idee und Stiftung, die diese trägt, darf nicht gefährdet werden. Die Finanzierungsmodelle sind individuell. Allgemein lässt sich jedoch sagen, dass eine Drittelung der Last angestrebt wird. So ist ein Drittel aus Eigenmitteln aufzustellen, ein Drittel aus Zustiftungen oder Darlehen und das dritte Drittel kann als Fremdfinanzierung über die Stiftung laufen und wird mit dem Erbbaurechtszins abbezahlt. Für die Fremdfinanzierung kann trias zum großen Teil auch private Gläubiger gewinnen. Ist die Finanzierung, nach zum Beispiel 30 Jahren, ausbezahlt, läuft der Erbbauzins (die deutsche Bezeichnung für Baurechtszins) zumeist in Höhe von vier Prozent weiter. Das hierdurch angesparte Geld dient dem Stiftungszwecks, der Unterstützung künftiger Projekte. Das Erbbaurecht wurde in Deutschland 1919 ins Leben gerufen, somit ein sozialistisches Recht, das die lauten Abschaffungsrufe der Ära Ludwig Erhard überstand. Ein sozialistisches Recht also, dass heute wieder für das Gemeinwohl eingesetzt wird. In Österreich wurde das Baurecht bereits 1912 mit dem Baurechtsgesetz BauRG, also noch zu Kaiserzeiten installiert.

Nach mehr als einem Jahrzehnt Stiftung trias wissen Vorstandsmitglied Lisa Hugger und Geschäftsführer Rolf Novy-Huy, dass sich auch eine Stiftung weiterentwickelt. Die damals mit vielen Stifterinnen und Stiftern ins Leben gerufene Stiftung, hat heute einen hauptamtlichen Geschäftsführer mit zwei Mitarbeiterinnen und zwei Mitarbeitern in Teilzeit, einen ehrenamtlichen dreiköpfigen Vorstand und ein neunköpfiges Kuratorium. Letzteres ist mit erfahrenen Projektvertretern besetzt, dazu fachliche Expertinnen und Experten, allesamt gut verteilt über das deutsche Bundesgebiet. Dieses Kuratorium ist das Aufsichtsorgan der Stiftung. Eine künftige Verteilung der Geschäftsführung auf mehrere Personen wäre erstrebenswert. Auch die Stifterinnen und Stifter und die Projektgruppen könnten künftig ein Angebot zur Mitgestaltung in der Stiftung erhalten, etwas was zur Zeit der Stiftungsgründung einfach nicht im Raum stand.

Es war nicht das erste Gespräch mit der Stiftung trias, wir freuen uns auf die künftig engere Kooperation und arbeiten daran sie dieses Jahr in Österreich zum Gründungsfest unserer RASENNA Stiftung begrüßen zu dürfen.

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Die Allmende ist eine Rechtsform gemeinschaftlichen Eigentums. Die Begriffe Allmende, Commons, Gemeineigentum oder Gemeingut mit Ausschließbarkeitsfunktion definieren Güter, die von einer Gemeinschaft verwaltet und genutzt werden.
Die Stiftung RASENNA ist zwar Eigentümerin von Grund und Boden, hat aber selbst keine EigentümerInnen. Die Stiftung RASENNA würde an die Stelle der Eigentümerin treten und mit Baurechts- und Pachtvertrag einer Personengruppe die eigenverantwortliche Gestaltung sichern. Somit wird der Grund und Boden der Stiftung zur Allmende.

Im Jahr 2009 erhielt Elinor Ostrom den Wirtschaftsnobelpreis für die Widerlegung der Theorie eines egoistischen, alle Gemeingüter zerstörenden homo oeconomicus: Ostrom konnte zeigen, dass Allmenden oder Commons nicht einfach Dinge, sondern menschliche Regelwerke sind, die durch Kommunikation entstehen. Menschen kommunizieren miteinander über die Nutzung der ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen, um sie zu erhalten. Die komplexe menschliche Gesellschaft selbst konnte nur aus dieser Fähigkeit heraus entstehen. (Helfrich 2012: 159)

Niemand kann mir verbieten, unendlich viel Luft zu verbrauchen. Die Luft ist ein Gemeingut mit dem Charakter der Nicht-Ausschließbarkeit, ein reines öffentliches Gut. Mit Land verhält es sich anders, denn Land kann aufgeteilt, parzelliert und eingezäunt werden, kann also als Privateigentum oder als Gemeineigentum verwaltet werden. Ein solches Gemeingut mit Ausschließbarkeit wird auch als Allmende oder Commons bezeichnet. Es „gehört“ einer Gruppe von Menschen, die gemeinsam über den Umgang mit ihrem Gut entscheiden. Treten Probleme der Übernutzung oder Verschmutzung auf, wird seit dem Klassiker „Die Tragik der Allmende“ von Garrett Hardin die Privatisierung empfohlen. Dass diese neoliberale Folgerung angesichts massiver Umweltprobleme nicht mehr ganz so schlüssig klingt, wirft die Frage nach Alternativen auf.

Die Allmende ist eben kein rechtsfreier Raum ohne Regeln, in den jedeR eintreten darf. Wird Land als Allmende verwaltet, wird seine Nutzung eher nach dem Wohl der gesamten beteiligten Gemeinschaft und nicht nach der effizientesten Generierung von Profit ausgerichtet. Der Zugang zu Land wurde immer schon geregelt, nur die Rechtsformen haben sich im Laufe der Zeit verändert. Große Landflächen wurden bis zur Einhegungsbewegung ab dem 17. Jahrhundert in Europa oft als Allmende verwaltet. Nach der Untersuchung jahrhundertealter sowie neuer Allmenden konnte Ostrom einige Prinzipien funktionierender Allmende-Institutionen ableiten (Exner 2012: 28):

  1. Klar definierte Grenzen der Nutzungsberechtigten und der Ressource
  2. Die Bereitstellungs- und Aneignungsregeln müssen lokalen Bedingungen angepasst sein
  3. Instrumente für kollektive Entscheidungen – die meisten Personen, die von den Regeln betroffen sind, können über deren Änderung mitbestimmen.
  4. Überwachung durch die AneignerInnen selbst oder durch von diesen bevollmächtigte Personen
  5. Abgestufte Sanktionen, die durch die Gruppe oder bevollmächtigte Personen vollzogen werden
  6. Konfliktlösungsmechanismen mit raschem und kostengünstigem Zugang
  7. Minimale Anerkennung des Organisationsrechtes – die Allmende wird von den staatlichen Behörden respektiert

Sind mehrere AkteurInnen an der Verwaltung einer Ressource beteiligt, dann werden kollektive Interessen eher berücksichtigt, weil unterschiedliche Perspektiven in die Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Kurzfristige Profitinteressen würden wenig Sinn machen, wenn die Ausbeutung einer begrenzten Fläche von Grund und Boden die Zerstörung der eigenen Existenzgrundlage bedeutet. Nur in einer Verwertungslogik, in der alle Lebensbereiche zu Waren degradiert werden, kann die Zerstörung der Umwelt als effizient gelten. Ressourcen gemeinsam als Allmende zu verwalten könnte Prinzipien wie Verantwortung für und Rücksicht gegenüber so wichtigen Ressourcen wie Grund und Boden wiederbeleben.

 


 

Zum Nachlesen:

Helfrich, Silke und Heinrich-Böll-Stiftung (2012): Commons. Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat. Transcript Verlag, Bielefeld

Exner, Andreas/Kratzwald, Brigitte (2012): Solidarische Ökonomie und Commons. Reihe kritik und utopie, Mandelbaum Verlag, Wien

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Dank einer Verkettung unwahrscheinlicher Zufälle ist der Planet Erde mit einer lebendigen Haut überzogen. Im Boden leben Milliarden von Mikroorganismen, die Pflanzen über die Wurzelhärchen mit Nährstoffen versorgen. Der Boden produziert also netterweise Essbares für Mensch und Tier – wenn das kein Grund zum Feiern ist? 
Der Boden selbst hat nur leider weniger Grund zum Feiern. Die Landwirtschaft müsste sich lediglich gut um die Lebewesen im Boden, um die Bakterien, Pilze und Regenwürmer kümmern. Die industrielle Landwirtschaft aber hat ihnen mit Einsatz von Chemie den Kampf erklärt und die zunehmende Versiegelung durch Straßen- und Städtebau betoniert den Bodenbewohnern ihr zu Hause einfach zu.
Wir können viel produzieren, aber die Fläche an Boden ist nicht vermehrbar. Einen rücksichtsvollen Umgang hat der Boden nicht nur an diesem Ehrentage verdient!

Das Umweltbundesamt zeigte dazu vor zwei Tagen den Film Symphony of the Soil im Stadtkino im Künstlerhaus in Wien. Wirklich sehenswert! Demnach ist biologische Landwirtschaft die Antwort für viele Problemstellungen der heutigen Zeit: vor allem unser aller Ernährungssicherheit.

PregärtnerInnen

Von Julianna Fehlinger

Seit zwei Jahren lebe ich in Pregarten im Mühlviertel auf einem Hof mit zwei weiteren Frauen und einem Elternpaar. Auf dem 26ha großen Betrieb mit Milchkühen und Mastrindern bauen wir zusätzlich Getreideraritäten an. Ich habe mich mit Landwirtschaft aktivistisch schon länger bei agrarattac und im Rahmen meines Sozioökologie-Studiums beschäftigt. Ich würde das Problem so definieren: Der Zugang zu Boden – der wichtigsten Ressource, um Leben zu schaffen – wird in einen kapitalistischen Markt verwandelt. Boden wird durch verschiedene Prozesse wie Spekulation oder Produktion von Biotreibstoffen immer „heißer“ gehandelt und wird immer teurer. Das erschwert Projekten den Zugang zu Land, die sich für ein gutes Leben, für Antworten auf den Klimawandel, für das Ausprobieren alternativer Gemeinschaftskonzepte einsetzen wollen.

Die Landwirtschaft ist ein ökonomischer Bereich, wo wenig erwirtschaftet wird, man aber irrsinnig viele Bodenressourcen braucht, vor allem wenn es um Grünland oder Ackerbau geht – bei Gemüsebau ist die Wertschätzung der Einheit Boden höher. Es ist eigentlich unmöglich, sich da einzukaufen. Die einzig möglichen Wege wären Pachten und in unsicheren Verhältnissen leben, in einen Hof Einheiraten oder ihn geschenkt bekommen. Was auch geht und wie es bei mir zur Zeit ist, ist der Zugang über die Eltern eines/r FreundIn. Für alle Möglichkeiten muss man einen hohen Preis bezahlen, bei uns ist es z.B. so, dass es wir mit den Altbauern auszukommen müssen, was das Projekt gefährdet. Viele Veränderungen am Betrieb, in den wir all unsere Kraft stecken, sind durch diese Eigentumsverhältnisse nicht möglich.

Andere Eigentumsformen zu finden ist dringend notwendig. Die Stiftung RASENNA kann den Zugang zu Land jenen ermöglichen, die nicht den höchsten Preis zahlen können, aber einen großen Nutzen für Umwelt und Gesellschaft erbringen wollen. Deshalb freue ich mich, dass es diese Idee nun auch in Österreich gibt.