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Zugang zu Land ist heute die große Herausforderung für Gemeinschaften. Der Film „Land für unser Essen“ geht diesen Fragestellungen mit Fokus auf die Landwirtschaft nach … in Großbritannien, in Frankreich und Spanien. Diese 34 Minuten sind eine gute Einstimmung auf das Land-Forum am 25./26. November in Wien, von Margit Fischer.

Jeder Acker und jede Weide gehört jemandem – gerade für Bauern und Bäuerinnen ist das eigene Land existentiell und Privateigentum eine heilige Kuh. Es gehört nicht zur kollektiven Erinnerung dieses Berufsstandes, dass den Bauern und Bäuerinnen durch Einhegungen ihr Land genommen wurde, um es wiederum von den Mächtigen pachten oder kaufen zu müssen und dass sie viele soziale Kämpfe verloren haben. Doch das ist nicht das Ende der Geschichte. Wie sieht es heute damit aus, wie steht diese Geschichte in Zusammenhang mit aktuellen Problemen der Landwirtschaft und was kann man dagegen tun? Diesen Fragen geht der kurze Film „Land für unser Essen“ nach.

Gavin Bridger hat mit Gleichgesinnten ein solidarisches Landwirtschaftsprojekt in England aufgebaut, es läuft wirtschaftlich gut, die Gemeinschaft wächst, der Boden wird immer fruchtbarer – bis eines Tages der Pachtvertrag ausläuft. Die Suche nach leistbarem Land beginnt und stellt sich in dieser Gegend als großes Problem heraus, wo alle Flächen sofort als Pferdekoppel, an landwirtschaftliche Großbetriebe oder als Baugrund verkauft werden. Gavin hat ein Jahr Zeit und als die Suche erfolglos zu werden scheint, begibt er sich auf die Suche nach Alternativen. Mit diesem Problem steht seine CSA-Gemeinschaft, Community Supported Agriculture, schließlich nicht alleine da, weltweit ist Menschen der Zugang zu Land versperrt – solange sie ihn nicht mit Monokulturen ausbeuten und für Profit verwerten.

Seine Reise führt ihn nach Frankreich, wo terre de liens ein mittlerweile großes und stabiles Netzwerk aufgebaut hat. Terre de liens ist eine Mischung zwischen Genossenschaft und Stiftung, sie wird aktiv, wenn es Höfe oder fruchtbares Land zu verkaufen gibt: In Zusammenarbeit mit den zukünftigen Bauern und Bäuerinnen, mit wichtigen Institutionen vor Ort wie der Gemeinde und mit Menschen, die ihr Geld sinnvoll investieren wollen, wird ein Budget aufgestellt und die Immobilie gekauft und an die BewirtschafterInnen verpachtet. Durch diesen ersten gemeinsamen Kraftakt wird bereits der Grundstein für die Integration der HofbewohnerInnen in die Gemeinde und für die Beziehungen zwischen Produzierenden und Konsumierenden gelegt.

Die Reise geht weiter zur Schule für SchafhirtInnen in Spanien, Rurbans. Schafhaltung hat in Spanien eine lange Tradition, leidet aber an Nachwuchsschwierigkeiten. Hier wird die Organisation Rurbans aktiv, die mehr ist als eine Ausbildungsstätte, sie unterstützt die Schäfer und Schäferinnen auf ihrer Suche nach einem Hof und erleichtert den Einstieg in die Landwirtschaft.

Wie die Reise und die Suche weitergeht, wird hier nicht verraten, anschauen lohnt sich aber! Die Doku „Land für unser Essen“ wurde von Julio Molina gedreht und ist auf der Plattform Zugang zu Land abrufbar.

Boeden-aufbrechen

In Europa konzentriert sich Land in den Händen weniger InvestorInnen und Agrarunternehmen. Längst wurde Grund und Boden als lohnendes Anlageobjekt erkannt, was bei wachsender Bevölkerung und zunehmender Nachfrage verständlich ist – und weil zugleich die freien, fruchtbaren Flächen durch Versiegelung, Umweltverschmutzung und durch die Schäden der industriellen Landwirtschaft immer knapper werden.

Wem gehört die Welt? Wer hat Zugang zu Land? Wie können Zugänge zu Land demokratisch organisiert werden? Mit diesen Fragen stehen wir als RASENNA – Boden mit Zukunft – nicht alleine da und das ist gut so! Viele Vereine, Genossenschaften und Stiftungen suchen nach gemeinschaftsgetragenen Eigentumsformen. In Zusammenarbeit mit FIAN, die sich für das Menschenrecht auf Nahrung einsetzen, mit ÖBV Via Campesina, der österreichischen KleinbäuerInnenorganisation und NEL, dem Netzwerk für Existenzgründung in der Landwirtschaft, organisieren wir dafür ein Land-Forum – hier können Möglichkeiten zum gemeinschaftlichen Zugang ausgelotet und Wege dahin gemeinsam beschritten werden.

Wir haben spannende Gäste eingeladen: Ana González – EHNE-Bizkaia (Baskenland), René Tettenborn – Ökonauten eG (Deutschland), Sjoerd Wartena – Tierre de Liens (Frankreich), Sylvia Kay – Transnational Institute TNI (Niederlande), Isabella Lang – NEL , Julianna Fehlinger – ÖBV-Via Campesina Austria, Sarah Kumnig – Universität WienArthur Kanonier – Technische Universität Wien, Franz Staudinger – Landwirtschaftskammer OÖ, Brigitte Reisenberger – FIAN Österreich, Margit Fischer – RASENNA, Brigitte Kratzwald – commons.at, u.v.m.

Das Land-Forum für Ernährungssouveränität gliedert sich in zwei Teile:

TAGUNG
| inhaltliche Kompetenzen stärken | gemeinsames Verständnis schaffen | Vernetzung von Initiativen verbessern |
Freitag 25.11.2016 (13:00-20:00)
in der VHS Ottakring | 16., Ludo-Hartmann-Platz 7

  • Panel 1: Land in welcher Hand?! Welche politischen und wirtschaftlichen Dynamiken bewirken die zunehmende Landkonzentration weltweit, in Europa und in Österreich?
    Exkurs zum rechtlichen Status quo in Österreich: Wie funktionieren Raumordnungsrecht und Grundverkehrsrecht?
  • Panel 2: Mit Recht zu Land?! Welche Rolle spielen rechtliche Rahmenbedingungen für Landkonzentration und zunehmende nicht-landwirtschaftliche Nutzung von Land?
    Gemeinsam aktiv werden!?  „Markt der Initiativen”

ARBEITSGRUPPEN
| vertiefenden Erfahrungsaustausch ermöglichen | gemeinsame Strategien erarbeiten | zukünftige Aktivitäten planen |
Samstag 26.11.2016 (09:00-17:30)
in der VHS Penzing | 14., Hütteldorfer Straße 112

  • AG 1: Die FAO-Leitlinien zum Zugang zu Land als praktisches Werkzeug und Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit lokalen Behörden (ganztägig)
  • AG 2: Land als Commons – Einführung in Geschichte und Praxis der Commons und Commons als Schlüssel zu Land (vormittags)
  • AG 5: Hofbörse – Perspektive Landwirtschaft (nachmittags)

 

Die Teilnahme ist kostenlos.

Deutsch und Englisch werden als Sprachen angeboten!
Anmeldung mit Arbeitsgruppenpräferenz (begrenzte Teilnehmer*innenzahl) und Sprache bitte unbedingt bei office@fian.at
Wir freuen uns auf viele teilnehmende RASENNAs!

 

aktualisiert (Programm und Gäste) 11.11.2016